Logistikstandort Hessen stärken
Ministerpräsident Roland Koch trifft Allan Leighton (RMG) und Rico Back (GLS):
Frankfurt, 18. Juni 2003. Der Logistikstandort Hessen soll gestärkt werden. Das sagte Ministerpräsident Roland Koch (CDU) nach einem Treffen mit den Top-Managern der britischen Post und des europaweit tätigen Paketdienstes General Logistics Systems International Holding, Allan Leighton und Rico Back. Das einstündige Gespräch am
Mittwoch, 18. Juni, im Airportclub des Frankfurter Flughafens stand unter dem Motto "Europäische Logistik in Nordhessen schafft Arbeitsplätze".
Hessens Ministerpräsident betonte vor den Unternehmensvertretern das Ziel, die nordhessische Region langfristig zu einem der fünf zentralen Logistikdrehpunkte in Europa zu entwickeln. "Der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur ist vor dem Hintergrund der Globalisierung und des steigenden Güteraufkommens eine vordringliche Aufgabe, um den
Logistikstandort Hessen für die Herausforderungen der Zukunft fit zu machen und Arbeitsplätze zu schaffen", sagte Koch. Von der Bundesregierung forderte Koch, verkehrspolitisch notwendige Maßnahmen nicht zu blockieren und die Finanzierungsprogramme
für den Bundesfernstraßenbau auszuweiten.
Allan Leighton, Chairman der britischen Post (Royal Mail Group), und Rico Back, Chief Executive Officer des europaweit tätigen Paketdienstes General Logistics Systems International Holding Amsterdam (GLS) diskutierten mit dem Ministerpräsidenten die
Auswirkungen der Liberalisierung der Märkte und der EU-Osterweiterung. Die Manager wiesen auf die Notwendigkeit hin, am Wirtschaftsstandort Deutschland Überregulierung und bürokratische Hemmnisse abzubauen. "Qualitativ hochwertige internationale logistische Dienstleistungen sind das Fundament für Wertschöpfungsprozesse in der gesamten Wirtschaft und dürfen nicht durch falsche Bürokratie behindert werden", sagte Back.
Die Zweckbindung der Einnahmen aus der Autobahn-Maut für den Straßenbau sowie die Entlastung der Speditionsunternehmen bezeichneten die Gesprächsteilnehmer als wichtige Entscheidung für den Wirtschaftsstandort Deutschland und für den Erhalt von
Arbeitsplätzen. Schließlich werde die Transportbranche mit rund 3 Mrd. Euro pro Jahr zusätzlich belastet. Back: "Wenn schon unsere Branche diese finanzielle Bürde zu tragen hat, dann sollten die Mittel nicht zum Stopfen von Haushaltslöchern, sondern zweckgebunden für die Verkehrsinfrastruktur verwendet werden."
Außerdem stand der Fachkräftemangel im Bereich Logistik auf der Tagesordnung. Die Gesprächsteilnehmer stimmten darin überein, dass die Ausbildung an den Hochschulen verstärkt auf den Bedarf abgestimmt werden muss. Back und Leighton regten Initiativen für die internationale Förderung des Logistiknachwuchses und den Austausch von Studierenden zwischen Hessen und Großbritannien an. Zudem sprachen sich die Gesprächsteilnehmer für die Intensivierung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen beiden Ländern aus.
General Logistics Systems und Royal Mail Group
Über die General Logistics Systems International Holding (Amsterdam) bündelt die britische Post Royal Mail Group (Umsatz 11,6 Mrd. Euro, ca. 200.000 Mitarbeiter)sämtliche Geschäftsaktivitäten im kontinental-europäischen Kurier-, Express- und Paketmarkt (KEP). Heute hält die Gesellschaft Anteile an 18 europäischen KEP-Unternehmen. Rund 12.000 Mitarbeiter sind in den GLS Gesellschaften beschäftigt. Im Geschäftsjahr 2002/03 erzielte die GLS Holding einen Umsatz von rund 1,2 Mrd. Euro. Das deutsche Tochterunternehmen der Holding - GLS Germany - hat seinen Hauptsitz im nordhessischen Neuenstein. Das Unternehmen war 1989 unter dem Namen German Parcel gegründet worden,
verfügt über 51 Depots in Deutschland und zählt heute zu einem der vier führenden Paketdienste.
© General Logistics Systems Germany GmbH & Co. OHG
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