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Meldung vom 16.07.2003

Bilanz 2002 / 2003 der GLS-Gruppe

Ergebnis verbessert - Erwartungen bleiben gedämpft

Amsterdam, 15. Juli 2003. Mit Ablauf des Geschäftsjahres 2002/03 am 31. März d. J. zieht die GLS Holding Amsterdam Bilanz: Aufgrund ihres europäischen Integrationsprozesses und der Ausschöpfung des vorhandenen Synergiepotenzials verzeichnet die GLS-Gruppe eine deutliche Effizienzsteigerung. Das Ergebnis (EBIT) stieg von 19 Mio. Euro auf 25,1 Mio. Euro. Dennoch bleibt die GLS auf ihrem vorsichtigen Kurs der Konsolidierung. "Ziel der GLS ist es, sich als Top-Paketlogistiker für den gewerblichen Bereich in Europa zu platzieren", erklärt Rico Back, Chief Executive Officer der GLS Holding Amsterdam. "Best Quality - best Price’ heißt die Devise. Dabei setzt die GLS weiterhin auf mehr Effizienz durch Angleichung der Betriebsabläufe, auf konsequente Profitabilität und Reduzierung der Kosten.

Der Umsatz stieg in 2002/03 um knapp 15 Prozent auf 1,146 Mrd. Euro (Vorjahr: 997 Mio. Euro). "In diesem Umsatzzuwachs sind allerdings die Übernahme von Gesellschaftsanteilen der GLS Italy (vormals DGE) enthalten", sagt Back. "Akquisitionsbereinigt stieg der Umsatz um 6 Prozent auf über 1 Mrd. Euro und bleibt rund vier Prozent hinter der Etatplanung zurück." Den Grund für das verhaltene Umsatzwachstum sieht Back in der Wirtschaftsstagnation und Konjunkturschwäche in ganz Europa.

Operatives Ergebnis (EBIT A) fast verdreifacht

Trotz des schwierigen konjunkturellen Umfeldes konnte die GLS-Gruppe ihr Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbessern: Der EBIT stieg von 19 Mio. Euro auf 25,1 Mio. Euro. Der EBIT A (Earnings before Interests and Tax AND BEFORE Goodwill-Amortisation) kletterte sogar von 8,6 Mio. Euro in 2001/02 auf 24,5 Mio. Euro in 2002/03. "Damit konnte das operative Ergebnis - bereinigt von Akquisitionen und Restrukturierungskosten - um rund 16 Mio. Euro gesteigert, und damit fast verdreifacht werden", sagt Back.

Die wichtigsten Gründe für die Ergebnisverbesserung sieht Rico Back in der Reduzierung der Betriebskosten, in dem vorsichtigen Agieren beim Ausbau des europäischen Netzwerkes, in der eingeschränkten Akquisitionstätigkeit sowie in der Steigerung der Qualitätsstandards im europäischen GLS-System. Angesichts der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sei das Gesamtergebnis zwar mehr als zufriedenstellend. Ungeachtet der positiven Entwicklung betrage das operative Ergebnis (EBIT A) allerdings nur 2,1 Prozent vom Umsatz und sei damit nach wie vor nicht ausreichend, lässt Back verlautbaren.

Richtige Balance: Integration und Ergebnisorientierung

Im neuen Geschäftsjahr zielen die Aktivitäten der GLS weiterhin auf den bereits erfolgreich eingeleiteten Integrationsprozess. Im Fokus stehen dabei die Implementierung effizienter Betriebsabläufe, die weitere IT-Harmonisierung durch das Projekt "Cross Border", die Umsetzung des europaweiten Qualitätsmanagements inklusive einer nachhaltigen Schadens- und Verlustminimierung durch das Projekt "uniQuE". Ziel: Mit möglichst geringen Kosten das größtmögliche Verbesserungs- und Leistungspotenzial auszuschöpfen. Kosteneffizienz und Praktikabilität haben vor technischem Perfektionismus absoluten Vorrang.

"Umfang und Geschwindigkeit der Integration hängen davon ab, inwieweit die einzelnen Maßnahmen die Effizienz des Systems erhöhen und in welchem Verhältnis sie zum Mitteleinsatz stehen" sagt Back. "Dabei greifen wir auf das Know-how der GLS-Tochtergesellschaften in ganz Europa zurück und tauschen untereinander Ressourcen aus. Das jeweils beste Business-Modell hinsichtlich Betriebsprozesse, Technikeinsatz oder Management soll dort angewendet werden, wo Verbesserungsbedarf besteht. Dabei wird die GLS einen Integrationsprozess betreiben, der dem jeweiligen Land und der jeweiligen Gesellschaft angepasst ist."

Ausbau der europäischen Position

Da das europäische Netzwerk der GLS weitestgehend komplett ist, sind auch im neuen Geschäftsjahr 2003/04 großangelegte Akquisitionen nicht zu erwarten. "Die GLS plant, das europaweite System in Spanien und Italien weiter ausbauen und stabilisieren", erklärt Back. "Angesichts des heutigen Marktumfeldes gilt die eiserne Regel, sich lediglich dann unternehmerisch zu betätigen, wenn es sich um ein leistungsfähiges und rentables Geschäft handelt. Rein strategische Marktzukäufe wird es nicht geben." Der skandinavische Raum wird bis auf weiteres über Partnerschaften abgedeckt.

Auch in den nächsten drei Jahren verfolgt die GLS europaweit ein qualifiziertes Wachstum. Mengensteigerungen sieht die Unternehmensgruppe insbesondere im Bereich Export und im Internationalen Paketgeschäft. "Im neuen Geschäftsjahr 2003/04 peilt die GLS ein Wachstum von rund drei Prozent an", zeigt sich Back optimistisch. "Für den Fall, dass sich das Wirtschaftswachstum verbessert, sind weitere Geschäftsvolumina für die GLS möglich." Sollte die Wirtschaft jedoch weiter zurückgehen, kann auch Rico Back die Risiken nicht von der Hand weisen. Im ersten Jahresviertel 2003 hat die deutsche Wirtschaft ein Negativwachstum von 0,2 Prozent gemeldet.

Über die GLS mit Hauptsitz in Amsterdam bündelt die britische Royal Mail Group (RMG) sämtliche Geschäftsaktivitäten auf dem kontinental-europäischen Kurier-, Express-, und Paketmarkt. Heute hält die Gesellschaft Anteile an 18 europäischen Paket-, Kurier- und Expressunternehmen. Rund 12.000 Mitarbeiter sind in den GLS-Gesellschaften beschäftigt. Der Umsatz wird im Geschäftsjahr 2003/04 bei ca. 1,2 Milliarden Euro liegen. Der Paketversand erfolgt in 30 Länder Europas. Überall gelten identische Qualitätsstandards.