Umwandlung von DER STADTKURIER (Hamburg) in eine AG
Stadtkuriere kaufen "ihr" Unternehmen
HAMBURG, 11. Dezember 2003. Der Hamburger Stadtkurierdienstleister
DER STADTKURIER (SKG) GmbH vollzieht einen einschneidenden Umwandlungsprozess: Aus dem Unternehmen wird eine Aktiengesellschaft. Die meisten der 225 Fahrrad- und Pkw-Kuriere haben bereits Aktienkaufverträge unterzeichnet und übernehmen künftig die Gesellschaft. Damit trennen sich das Mutterunternehmen
DER KURIER und dessen Gesellschafter General Logistics Systems Germany (ehemals German Parcel) von dem lokalen Kurieranbieter.
"Mit der Veräußerung des STADTKURIERs wird sich DER KURIER künftig intensiver auf das eigentliche Kerngeschäft - den bundesweiten Transport zeitkritischer Sendungen über Nacht und internationale Expressdienstleistungen - konzentrieren", sagt Rüdiger Schmahl, Geschäftsführer der GLS Germany. "Zur Durchführung der Transaktion standen mehrere Optionen in der Diskussion, darunter auch der Verkauf an Mitbewerber, was aber die Zerschlagung des STADTKURIERs bedeutet hätte. Die Beteiligung der Kuriere in der Unternehmensform der AG stellt sich als der optimale Weg dar, um das Unternehmen für den engen Wettbewerb auf dem Hamburger Kuriermarkt zu wappnen und die bestehenden Arbeitsplätze zu erhalten."
AG-Eintragung für Januar 2004 geplant
Der Paketdienstleister German Parcel (heute GLS Germany, Hauptsitz: Neuenstein in Hessen) hatte 1999 den Kurierdienst DER KURIER übernommen. Das lokale Botengeschäft in der Hansestadt war neben Overnight-Transporten und internationalen Express-Sendungen ein Geschäftsfeld von DER KURIER. Anfang des vergangenen Jahres gliederte das Unternehmen diesen Bereich aus und gründete dafür die DER STADTKURIER (SKG) GmbH mit Sitz im Winterhuder Weg 62 in Hamburg. Die Umwandlung in eine AG bedeutet nun die komplette Veräußerung des Kuriergeschäftes.
50.000 Aktien mit einem Nennwert von je 1 Euro wurden den Kurieren und Mitarbeitern zum Kauf angeboten, um das Grundkapital für die AG bereitzustellen. Bis Ende April haben bereits knapp 200 Kuriere sowie ein Teil der 20 Mitarbeiter in der Zentrale die Verträge zum Kauf der Wertpapiere unterzeichnet. Die Eintragung der AG in das Handelsregister ist für Januar 2004 geplant.
Svend Jacobsen wird AG-Vorstand
Den Vorstandsvorsitz der AG übernimmt Svend Jacobsen, Geschäftsführer von
DER STADTKURIER. Jacobsen hat selbst Anteile des Unternehmens erworben. Der 41-jährige verfügt über langjährige Erfahrung in der Kurierbranche und leitet die Geschäfte von DER STADTKURIER seit November vergangenen Jahres. Zuvor war Jacobsen Stationsleiter der Overnight-Station von DER KURIER in Hamburg.
Der erste Aufsichtsrat der STADTKURIER AG wurde im November 2003 gegründet. Das Gremium setzt sich aus vier Kurieren, einem Mitarbeiter und dem Vertreter aus dem Management des ehemaligen Gesellschafters DER KURIER zusammen. Schon im Februar 2004 soll die erste Hauptversammlung einberufen werden. Als Aktionäre sind die Kuriere und Mitarbeiter von DER STADTKURIER stimmberechtigte Teilhaber des Unternehmens. Jacobsen: "Über die Aktionärsversammlung kontrollieren künftig die Kuriere und Mitarbeiter die Gesellschaft und senden ihre Interessenvertreter in den Aufsichtsrat. Dieses Konzept wird sich positiv auf die Unternehmenskultur und die wirtschaftliche Entwicklung des
STADTKURIERs auswirken."
Moderne Unternehmensstruktur - für mehr Service
Für die Kunden von DER STADTKURIER wird alles beim Alten bleiben. "Die AG-Gründung berührt nicht die operativen Abläufe. Vielmehr haben wir jetzt eine moderne und flexible Unternehmensstruktur geschaffen, um das Service- und Qualitätsniveau zu steigern. Als eigenständige Gesellschaft wird DER STADTKURIER außerdem weiterhin eng mit DER KURIER und der GLS Germany kooperieren", so Jacobsen. Auch nach der AG-Umwandlung wird DER STADTKURIER im Erscheinungsbild das bekannte und erfolgreiche Markenzeichen von DER KURIER - die blauen Flügel mit Namenszug - verwenden.
Bereits in den vergangenen zwei Jahren hatte das Unternehmen verstärkt in die Optimierung der Abläufe und die effektive Gestaltung der Prozesse investiert. "Diese Restrukturierungsphase ist jetzt abgeschlossen", so Jacobsen. 160 PKW-Kuriere und 65 Biker wickeln täglich rund 1.500 Aufträge im Hamburger Stadtgebiet ab. DER STADTKURIER verzeichnet einen Jahresumsatz von rund 5 Millionen Euro.
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